Vor etwa sieben Jahren schrieb ich einen [http://klumpp.net/blog/archives/16-Breitband.html kleinen Artikel] über das "ehrgeizige Ziel" der Europäischen Union (EU), die EU zur "wettbewerbsfähigsten Wissensgesellschaft auf Erden 2010" zu machen. U.a. stand darin:
Wirtschaftsunternehmen und Bürger [sollen] Zugang zu einer preisgünstigen Infrastruktur von Weltklasse sowie einer großen Bandbreite von Dienstleistungen haben;
Also gut, 2010 ist vorbei. Ob wir nun die wettbewerbsfähigste Wissensgesellschaft auf Erden sind oder nicht, weiß ich nicht so recht zu beurteilen. Aber der Ort "[http://www.rheinmuenster.de Rheinmünster]" ist es definitiv nicht. In Rheinmünster sind es gerade einmal 1,3 MBit/s Downstream, die dort viele Einwohner haben. Upstream sind es schonmal nur 128 KBit/s. Also die Bandbreite von zwei ISDN-Channels. Und man versuche sich zu erinnern, [http://images.google.com/?q=isdn+cards+modem ISDN ist soooo 90er].
Rheinmünster liegt in einer ländlichen Gegend. Aber nicht zu ländlich. [http://www.bosch.de/ Bosch] betreibt zwei große Werke in [http://www.buehl.de Bühl] und [http://www.buehlertal.de/ Bühlertal]. Bühl ist die nächstgrößere Stadt, Bühlertal liegt direkt daneben. Sowohl die Gemeinde Rheinmünster als auch die Stadt Bühl liegen in der [http://www.trk.de/ Technologieregion Karlsruhe]. Der [http://www.baden-airpark.de/startseite.html Baden-Airpark (Flughafen Karlsruhe / Baden-Baden)] liegt sogar zum Teil auf der Gemarkung von Rheinmünster.
Gerade bei einer zunehmend alternden Bevölkerung - auch auf dem Land - ist Breitband eine Schlüsseltechnologie für weitere sinnvolle Technologien wie z.B. Telemedizin oder eHealthCare.
In einem [http://www.rheinmuenster.de/aktuelles/item/400-fl%C3%A4chendeckende-dsl-versorgung-in-rheinm%C3%BCnster.html Artikel der Gemeinde Rheinmünster selbst] wird die Bankrotterklärung zelebriert. Man könne ja sowieso nichts machen, die Aufgabe für schnelle Internetanschlüsse zu sorgen, obläge den Telekommunikationsanbietern. Und die Gemeinde sei nicht verpflichtet sich an den Kosten dafür zu beteiligen. Man habe alternative Lösungen diskutiert. Jedoch seien Funklösungen nicht so "abhörsicher". Lese: Die Gemeinde will kein Geld für die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts ausgeben und sich scheinbar auch nicht ordentlich mit anderen Projekten engagieren.
Eine kurze Suche ergibt Links zu alternativen Projekten:
* http://www.landnetz.de/ Landnetz e.V.
* http://www.wlan-skynet.de/ Technisches und rechtliches zur Funk-Vernetzung von Dörfern
Und welche Rollen spielt die EU dabei? 2010 gab es den nächsten Schritt der EU, wie hier zu lesen ist: http://www.breakfastpaper.de/2010/09/20/eu-auf-dem-richtigen-weg-zur-breitbandgrundversorgung/
Mit einem neuem Maßnahmenpaket der EU-Kommission soll die Breitbandgrundversorgung für alle EU-Bürger bis 2013 stehen. Schnelle und ultraschnelle Breitbanddienste dagegen bis 2020.
"Schnelle und ultraschnelle Breitbanddienste" für alle EU-Bürger bis 2020. Die kleinen Ortschaften - wie Rheinmünster - dürfen sich dann im Jahr 2020 an Bandbreiten erfreuen, die über Doppel-ISDN hinausgehen.
Für mich klingt das im Moment wieder "sehr ehrgeizig", denn ich glaube nicht daran.
Ebenfalls interessant:
* [http://www.bundesnetzagentur.de/DE/Presse/Berichte/berichte_node.html Der Jahresbericht 2011 der Bundesnetzagentur]
* http://www.kein-dsl.de/
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